In eigener Sache: Anvido und dieses Portal (Nadu Hamburg) werden von denselben Personen verantwortet. Wir berichten hier also über ein eigenes Angebot. Für diesen Beitrag ist kein Geld geflossen — wir legen die personelle und wirtschaftliche Verbindung aber offen, damit Sie den Text einordnen können.
Es beginnt meist leise. Ein Diktat kommt rot angestrichen zurück. Die Hausaufgaben dauern plötzlich doppelt so lang. Das Kind, das sich morgens auf die Schule gefreut hat, sagt eines Tages: „Ich kann das einfach nicht.“ Für viele Eltern in Hamburg ist das der Moment, in dem ein Verdacht entsteht — und mit ihm ein Berg an Fragen, auf die es selten schnelle Antworten gibt.
Genau hier setzt Anvido an, ein Eltern-Portal rund um Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), Legasthenie und Dyskalkulie (Rechenschwäche). Hinter dem Projekt steht ein kleines Team aus Niedersachsen: eine DUDEN-zertifizierte Lerntherapeutin und ein Software-Engineer. Die Seite ist Anfang Juni 2026 an den Start gegangen — und sie richtet sich an Familien überall im Land, auch in Hamburg.
Viele Angebote — und trotzdem ein langer Weg
In einer Großstadt wie Hamburg fehlt es nicht an Anlaufstellen. Schulpsychologische Beratung läuft über die Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) und ist kostenlos — aber mit Wartezeiten verbunden. Daneben gibt es ein dichtes, jedoch unübersichtliches Angebot privater Anbieter: Förderinstitute, niedergelassene Lerntherapeut:innen, spezialisierte Praxen. Die Stadt selbst führt Dutzende Adressen für Lerntherapie auf.
Das eigentliche Problem ist also seltener das fehlende Angebot — sondern der Weg dorthin. Denn fast alles, was wirklich hilft, ist an eine Diagnose gekoppelt. Und die ist kein Nachmittagstermin: Lesetempo, Rechtschreibung, ein Intelligenztest zum Ausschluss anderer Ursachen, manchmal Aufmerksamkeitsdiagnostik. In Summe zwei bis vier Stunden, oft auf zwei Termine verteilt. Am Ende steht eine schriftliche Stellungnahme — und erst diese ist die Grundlage für Nachteilsausgleich in der Schule, für eine Lerntherapie oder für Anträge auf Eingliederungshilfe.
„Die häufigste Frage von Eltern lautet: Hat unser Kind etwas falsch gemacht? Die Antwort ist immer: Nein. Wir müssen nur herausfinden, wie sein Gehirn am besten lernt.“
Zwischen erstem Verdacht und konkreter Förderung liegen also oft Monate. Wer privat schneller will, zahlt — und steht trotzdem vor der Frage, welche der vielen Hamburger Adressen die richtige ist. In dieser Zwischenzeit stehen Familien meist allein da. „Diese Lücke wollten wir füllen“, so der Grundgedanke hinter Anvido. Nicht als Abkürzung um die Fachleute herum, sondern als Begleitung auf dem Weg zu ihnen.
Wer dahintersteckt
Anvido wird von zwei Menschen gebaut. Die fachliche Leitung liegt bei einer DUDEN-zertifizierten Lerntherapeutin, die seit 2019 mit Kindern und Jugendlichen arbeitet — mit über zehn Jahren Erfahrung in der Begleitung von Kindern, Schwerpunkt Lese-Rechtschreib-Schwäche und Rechenschwäche bei Grundschulkindern. Sie schreibt jeden fachlichen Inhalt der Seite selbst und sagt nach eigenem Anspruch offen, wenn etwas nicht durch Studien gestützt ist.
Die technische Seite verantwortet ein Software-Engineer mit über zehn Jahren Erfahrung in Webanwendungen. Sein Anspruch: kein Pop-up-Tracking, keine Datenkraken, keine SEO-Tricks. Gehostet mit Server-Standort Frankfurt am Main, DSGVO-konform.
🌱 Aus Niedersachsen, für Familien im ganzen Land — werbefrei, ohne Heilversprechen, ohne Drittanbieter-Tracking.
Was Anvido ist — und was ausdrücklich nicht
Das vielleicht Wichtigste vorweg, und es ist dem Team selbst ein Anliegen: Anvido ersetzt weder eine Diagnose noch eine Lerntherapie. Die Seite ist sehr deutlich darin, was sie nicht tut:
- Keine Diagnose. Die Werkzeuge sortieren erste Beobachtungen — sie ersetzen keine fachliche Abklärung durch eine kinder- und jugendpsychiatrische Praxis oder eine zertifizierte Lerntherapeutin.
- Keine Therapie übers Internet. Anvido vermittelt Wissen und Übungen, aber Lerntherapie gehört in geschulte Hände.
- Keine versteckten Empfehlungen. Im Therapeut:innen-Verzeichnis gibt es keine bezahlten Platzierungen.
Was bleibt, ist eine ruhige Anlaufstelle für die Zwischenzeit: verständliches Wissen, Übungen für zu Hause und Werkzeuge, die Eltern Orientierung geben, ohne in Panik zu versetzen. Die Inhalte orientieren sich an etablierten Methoden der lerntherapeutischen Praxis — etwa FRESCH, der AFS-Methode und dem Kieler Lese-/Rechtschreibaufbau — und an der S3-Leitlinie.
Der KI-Schreib-Check: Foto vom Heft, Einschätzung in 60 Sekunden
Das technische Herzstück ist ein KI-gestützter Schreib-Check. Eltern fotografieren eine Schreibprobe aus dem Heft, tippen ab, was ihr Kind geschrieben hat — und bekommen eine strukturierte Einschätzung zurück. Der Aufbau folgt bewusst der lerntherapeutischen Haltung: erst die Stärken, dann konkrete Hinweise, dann passende Übungen für zu Hause.
So sieht ein Auszug aus einem Beispiel-Ergebnis aus (Klasse 2, Diktat):
Stärken: „Ihr Kind hört aktiv durch — alle Wörter sind vollständig und in der richtigen Reihenfolge.“
Beobachtung (Orthografie): „Uns fällt auf, dass „Hund“ als „hunt“ geschrieben wird. Die Auslautverhärtung wird in Klasse 2–3 erarbeitet.“
Übung — Verlängerungstrick (5 Min · 2 Wochen): „Bei „Hund“ fragen: „Wie heißt es, wenn es mehrere sind?“ (Hunde → d hört man).“
Die erste Auswertung ist kostenlos — ohne Kreditkarte und ohne Termin-Wartezeit. Das Ergebnis gibt es als PDF zum Mitnehmen, das Eltern direkt mit der Lehrkraft oder einer Lerntherapeutin teilen können. Beim Datenschutz ist das Team ausdrücklich: Das Foto wird verschlüsselt übertragen, ausschließlich für die Auswertung genutzt, anschließend automatisch wieder gelöscht — und nie zum Training von KI-Modellen verwendet.
Und auch hier der klare Hinweis, der über dem Werkzeug steht: Pädagogische Beobachtung — keine Diagnose, kein Medizinprodukt.
→ Schreibprobe hochladen und ausprobieren
Anvido, das Sternkind: Lernen mit Bilderbüchern
Der zweite Baustein ist deutlich analoger — und für viele Kinder der schönste. Namensgeber und Maskottchen der Plattform ist Anvido, ein Sternkind, das von einem fernen Stern kommt und auf der Erde landet: neugierig, mutig und manchmal ein bisschen durcheinander. Seine Antennen leuchten in allen Farben — golden vor Freude, blau, wenn etwas schwerfällt. Die Botschaft dahinter: Jedes Kind leuchtet anders, und genau das macht es besonders.
In jedem Bilderbuch übt das Kind gemeinsam mit Anvido — Hören, Lesen, Schreiben oder Rechnen. Die Hefte sind zum Ausdrucken (A4), Ausschneiden und Mitmachen gedacht, geschrieben von der Lerntherapeutin selbst. Geplant ist eine zusammenhängende Reihe von zwölf Heften, die Schritt für Schritt erscheinen. Das erste Heft, „Anvido kommt an“, ist gratis.
Anders als bei reinen Lern-Apps geht es nicht ums Punktesammeln am Bildschirm. Im Gegenteil: Eltern bekommen Material zum gemeinsamen Basteln und eine Einschätzung, die erklärt, woran es liegt — ohne Druck und ohne Versprechen.
→ Gratis-Bilderbuch „Anvido kommt an“ holen
Der ehrliche erste Schritt: der Symptom-Check
Wer noch ganz am Anfang steht, findet auf Anvido einen kostenlosen Symptom-Check: ein orientierender Fragebogen mit 15 Fragen, in rund acht Minuten ausgefüllt, entwickelt mit lerntherapeutischer Expertise. Am Ende gibt es einen persönlichen Ratgeber als PDF. Auch hier gilt der Grundsatz der Seite: Kein Ersatz für eine Diagnostik — aber ein verlässlicher erster Schritt.
So funktioniert Anvido — in vier ruhigen Schritten
- Symptom-Check (kostenfrei): 15 Fragen für eine erste Orientierung, mit persönlichem Ratgeber-PDF.
- Übungen für zu Hause: Material, abgestimmt auf Klasse und Förderschwerpunkt — zum Drucken oder am Tablet.
- Bilderbücher zum Ausdrucken: Lerngeschichten, die spielerisch fördern, A4-druckbar.
- Wissen, das hilft: Artikel und Anleitungen, die Schritt für Schritt erklären, statt zu beunruhigen.
Eine Hilfe für die Zwischenzeit — auch für Hamburger Familien
Anvido löst die strukturellen Probleme — Wartezeiten bei den ReBBZ, ein unübersichtlicher Markt, zu wenige Diagnostik-Plätze — nicht. Das beansprucht das Team auch gar nicht. Was es bietet, ist etwas Bescheideneres und vielleicht gerade deshalb Wertvolles: eine Stimme, die Eltern in der Zwischenzeit nicht allein lässt, sie ernst nimmt und ihnen erklärt, was als Nächstes sinnvoll ist — bis der Termin bei der Fachstelle oder der passenden Hamburger Praxis endlich da ist.
Dass das Angebot kostenlos startet, werbefrei ist und ohne Tracking auskommt, macht es für den ersten Schritt niedrigschwellig. Den Weg zur Diagnose und zur richtigen Förderung in Hamburg ersetzt es nicht — aber es kann ihn ein gutes Stück leichter machen.
Anvido im Überblick — die wichtigsten Links
- Startseite: anvido.de
- KI-Schreib-Check (kostenlos): anvido.de/auswertung
- Symptom-Check (15 Fragen): anvido.de/symptom-check
- Gratis-Bilderbuch: anvido.de/buecher/anvido-kommt-an
- Alle Bilderbücher: anvido.de/buecher
- Wissen: Der Diagnose-Weg: anvido.de/wissen/diagnose
- Wissen: Legasthenie & LRS: anvido.de/wissen/legasthenie
- Wissen: Dyskalkulie: anvido.de/wissen/dyskalkulie
- Therapeut:innen-Verzeichnis: anvido.de/therapeuten
- Über uns: anvido.de/ueber-uns
Hinweis der Redaktion: Anvido stellt ausdrücklich klar, dass seine Werkzeuge keine medizinische oder lerntherapeutische Diagnose ersetzen. Bei einem konkreten Verdacht ist der Weg über Schule, schulpsychologische Beratung (in Hamburg über die ReBBZ) und eine zertifizierte Fachstelle der richtige.