Die Freie und Hansestadt Hamburg blickt auf eine intensive Kontrollwoche zurück, die das Ausmaß von Beeinträchtigungen im Straßenverkehr durch berauschende Mittel eindrücklich vor Augen führt. Bereits zum zwanzigsten Mal organisierte die Polizei Hamburg die sogenannte DiS-Woche, eine länderübergreifende Großaktion zur Bekämpfung von Fahren unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol. Im Zeitraum vom 8. bis zum 10. September 2026 waren im gesamten Hamburger Stadtgebiet Spezialkräfte im Einsatz, um gezielt Kraftfahrzeugführende zu überprüfen, die unter Verdacht stehen, fahruntauglich am Straßenverkehr teilzunehmen. Neben der reinen Strafverfolgung lag ein starkes Augenmerk auf dem interdisziplinären Fachaustausch sowie gemeinsamen Fortbildungen der beteiligten Institutionen.

Massives Aufgebot und beeindruckende Kontrollzahlen

Für die dreitägigen Schwerpunktmaßnahmen mobilisierte die Hamburger Polizei ein starkes Bündnis aus verschiedenen Behörden und Fachbereichen. Täglich waren bis zu rund 200 Einsatzkräfte im Dienst, um den fließenden Verkehr im Stadtgebiet zu überwachen. Neben den Hamburger Beamtinnen und Beamten unterstützten auch Kolleginnen und Kollegen aus allen anderen Bundesländern sowie internationale Kräfte aus Frankreich, Österreich und der Schweiz die Aktion. Komplettiert wurde das Team durch den Zoll, die Staatsanwaltschaft, die Bußgeldstelle, die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, den Landesbetriebs Verkehr sowie das Institut für Rechtsmedizin.

Die Kontrollteams richteten im Verlauf der Aktion zahlreiche mobile und stationäre Kontrollpunkte ein. Dabei ergaben sich folgende Kernzahlen der Überprüfungen:

  • Insgesamt wurden 2.096 Fahrzeuge kontrolliert.
  • Die Einsatzkräfte überprüften die Personalien von 2.370 Personen.
  • Bei 160 Fahrzeugführenden bestand der konkrete Verdacht auf Drogenkonsum.
  • Sieben weitere Personen wurden unter Alkoholeinfluss angetroffen.
  • Es wurden insgesamt 165 Blutprobenentnahmen angeordnet.
  • Die Polizei beschlagnahmte sofort 23 Führerscheine.
  • Mehr als 300 weitere Berichte wurden gefertigt, darunter wegen technischer Mängel oder mutmaßlicher Fahreignungsmängel.

Hintergrund

Die sogenannte DiS-Woche (Drogen im Straßenverkehr) hat sich über zwei Jahrzehnte hinweg zu einer festen Größe in der Hamburger Verkehrssicherheitsarbeit entwickelt. Warum sind solche spezialisierten Kontrollen so wichtig? Der Konsum von Betäubungsmitteln und synthetischen Drogen führt zu massiven kognitiven und motorischen Einschränkungen, die im Straßenverkehr oft unterschätzt werden. Anders als bei Alkohol gibt es im Straßenverkehrsrecht keinen allgemeingültigen, starren Promillegrenzwert für jede Betäubungsmittelsubstanz, was den Nachweis und die Einschätzung für normale Streifenbeamtinnen und -beamten erschwert. Aus diesem Grund schult die Polizei speziell ausgebildete Einsatzkräfte, die sogenannte Ausfallerscheinungen und drogenspezifische Indikatoren präzise erkennen können.

Der Leiter der Verkehrsdirektion der Polizei Hamburg, Thomas Model, zeigte sich nach Abschluss der Aktion besorgt über die Ergebnisse: „Die diesjährige 20. Hamburger DiS-Woche war ein großer, gleichzeitig aber leider auch erschreckender Erfolg für die Hamburger Polizei.“ Er betonte, dass deutlich mehr Verstöße als noch im Vorjahr festgestellt wurden. Ein solches Ausmaß unterstreiche die fortwährende Notwendigkeit konsequenter Kontrollen. Sein eindringlicher Appell richtet sich an alle Verkehrsteilnehmenden: Berauschende Substanzen haben im Straßenverkehr absolut nichts zu verloren, da sie eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben darstellen.

Spektakuläre Einzelfälle an den Kontrollstellen

Neben den standardisierten Kontrollen führten die Beamtinnen und Beamten im Rahmen der Aktionswoche auch einige bemerkenswerte Amtshandlungen durch, bei denen neben reinen Fahruntauglichkeiten auch schwerwiegende Straftaten aufgedeckt wurden.

  • Vorfall in Barmbek-Nord: Ein mobiles Kontrollteam stoppte am Mittwochnachmittag gegen 14:05 Uhr in der Habichtstraße einen 18-jährigen E-Scooter-Fahrer. Neben dem Verdacht auf THC-Konsum fanden die Einsatzkräfte im Rucksack des Heranwachsenden rund 70 Gramm Marihuana, Haschischplatten, mutmaßliches Ketamin, Verpackungsmaterial sowie mehrere Handys.
  • Waffenfund am Großmarkt: Nur wenig später, gegen 15:45 Uhr, überprüften die Kräfte an einer Kontrollstelle am Großmarkt einen Pkw mit vier Insassen. Beim 46-jährigen Beifahrer entdeckten die Beamtinnen und Beamtin eine scharfe Schusswaffe inklusive Munition sowie etwa ein Gramm Kokain. Der türkische Staatsangehörige wurde dem Untersuchungsgefängnis zugeführt.
  • Doppelter Treffer in Nissan und Cupra: An einem Kontrollabend fielen zwei Fahrzeuge auf, aus denen beim Stopp starker Marihuanageruch drang. Die 44-jährige Fahrerin eines Nissan stand unter THC-Verdacht, besaß keine Fahrerlaubnis und hatte falsche Personalien angegeben. In ihrem Wagen fanden sich 2,5 Gramm Marihuana, zwölf mit Kokain gefüllte Gefäße sowie 490 Euro Dealgeld. Der Fahrer des ebenfalls kontrollierten Cupra stand unter unsicherer Fahrweise, besaß ebenfalls keinen Führerschein und transportierte rund 75 Gramm Marihuana, circa 100 Gramm Haschisch sowie 5.500 Euro Dealgeld.

Präventionsarbeit im Alstertaler Einkaufszentrum

Begleitet wurden die repressiven Maßnahmen der Polizei durch gezielte Aufklärungsarbeit. Beamtinnen und Beamte der Verkehrsdirektion 6 (Verkehrserziehung und -prävention) boten im Alstertaler Einkaufszentrum interaktive Präventionsaktionen an. Dort konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger an einem Fahrsimulator teilnehmen oder einen Rausch-Brillen-Parcours durchlaufen. Diese Stationen verdeutlichen eindrucksvoll, wie stark Alkohol- und Drogenkonsum die Reaktionsfähigkeit und die visuelle Wahrnehmung im Straßenverkehr beeinträchtigen.

Häufige Fragen

Wie werden Drogen im Straßenverkehr von der Polizei Hamburg überhaupt nachgewiesen?

Die speziell geschulten Einsatzkräfte achten zunächst auf typische Ausfallerscheinungen wie gerötete Augen, veränderte Pupillenreaktionen, Koordinationsprobleme oder Auffälligkeiten im Fahrverhalten. Bestätigt sich der Verdacht durch Vortests oder Verhaltensbeobachtungen, wird in der Regel eine ärztliche Blutprobenentnahme angeordnet, deren toxikologische Auswertung im Institut für Rechtsmedizin den genauen Nachweis erbringt.

Welche rechtlichen Konsequenzen drohen beim Fahren unter Drogeneinfluss in Hamburg?

Das Führen eines Kraftfahrzeugs unter der Wirkung berauschender Mittel zieht empfindliche Bußgelder, Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg sowie den Entzug der Fahrerlaubnis nach sich. Kommt es zusätzlich zu Ausfallerscheinungen oder Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmender, leitet die Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs nach dem Strafgesetzbuch ein.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-unterstützt aus einer Quelle der Polizei Hamburg erstellt. Es gilt die Unschuldsvermutung.